Basel

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DER BASILISK

An dem verhängnisvollen Tag im Jahre 1474, als ein pechschwarzer Gockel ein grosses, längliches Ei inmitten der Stadt legte, wussten die Bewohner, dass hieraus ein furchtbares Monster schlüpfen würde…

Im beschaulichen Basel, an einem frühen Donnerstagmorgen des Jahres 1474, kam es zu einer ungeheuerlichen Begebenheit. Ein alter, schon elfjähriger Hahn mit pechschwarzem Gefieder flatterte durch die engen Gassen, dicht gefolgt von einer aufgebrachten Meute Bürger. Was war geschehen? Der Hahn hatte am helllichten Tag mitten auf der Gerbergasse ein grosses, längliches Ei gelegt! Dieses widernatürliche Ereignis versetzte die gesamte Stadt in helle Aufruhr. Denn jeder Basler, ob gross ob klein, ob alt oder jung, wusste, dass aus einem solchen Ei ein furchtbares Ungeheuer entschlüpft: der schreckliche Basilisk. Nichts Fürchterliches konnten sich die Bewohner der idyllischen Stadt vorstellen.

Der Basilisk, so wurde gesagt, ist gut einen Meter gross, mit einem Hahnenkopf und spitzen Gockelkrallen, aber dem Rumpf einer Schlange – und abscheulicher als der wildeste aller Drachen. Ein einziger Blick aus seinen stechend scharfen, blutroten Augen reichte aus, um selbst das härteste Gestein zum Bersten zu bringen. Auch sein giftiger Atem war gefürchtet; er brachte den augenblicklichen Tod. Gräser, Sträucher und Büsche verdorrten, sobald das Ungeheuer sie mit seinem Schlangenkörper berührte. Nichts vermochte den Basilisken zu vernichten. Die stärksten und mutigsten aller Krieger, die es wagen sollten, gegen das furchtbare Tier anzutreten, mussten mitsamt ihren Pferden qualvoll sterben. Denn bereits bei der kleinsten Berührung schnellte das Basilisken-Gift die Lanze hinauf und nahm den tapferen Jünglingen den letzten Atemzug.

Die blitzgescheiten Basler kamen jedoch auf einen pfiffigen Gedanken: Alle Bürger sollten stets einen Taschenspiegel bei sich tragen. Sobald das Ungeheuer in der Stadt umhergehe, sei dieser dann geschwind gezückt und dem Basilisken vorzuhalten. So müsste das Schlangentier, selbst getroffen vom Todesblick, an seinem eigenen Spiegelbild verenden.

Das Unheil konnte dieses Mal jedoch vorzeitig abgewendet werden, denn dem alten schwarzen Hahn wurde in seinem üblen Schaffen rechtzeitig das Handwerk gelegt. Das Ei warf man in lodernde Flammen, und dem Gockel selbst wurde kurzer Prozess gemacht: Tod durch Enthauptung!

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